Die großen Leistungsschwankungen der TSG machen ein intensives Daumendrücken erforderlich. Für alle, die es mit der TSG A-H Bielefeld halten, stehen emotional aufregende Tage an. Nicht nur, dass Mannschaft und Fans dem mutmaßlichen Meisterschafts-Showdown beim TuS Spenge in knapp drei Wochen entgegenfiebern - angesichts der Leistungsschwankungen, denen das Team aktuell unterliegt, gilt es auch vorher und nachher kräftig die Daumen zu halten.

So gab es auch beim mühsamen 23:21 gegen den HSV 81 Hemer genau so viel Licht wie Schatten. "Die Truppe war phasenweise viel zu ruhig, da herrschte ja beinahe schon Totenstimmung", monierte Torwart Maximilian Kroll, der selbst seinen Job ohne Fehl und Tadel verrichtete. "Es stimmt, dass wir uns gegen fast jeden Gegner das Leben schwermachen", räumte auch Marius Kastening ein, "aber wir finden auf der anderen Seite auch immer wieder Lösungen, das Spiel zu gewinnen". Licht und Schatten eben, wobei man den TSG-Spielern gerade im Angriff mal die eine oder andere Erleuchtung mehr gewünscht hätte.

Denn es war für Bank und Zuschauer ziemlich hart mit anzusehen, wie der Rückraum - mit Ausnahme des treffsicheren und fast immer die richtige Lösung findenden Kastening - den Hemeraner Torwart Patrick Spiller mit unmotivierten und unplatzierten Abschlüssen förmlich warmschoss. Die vielen Fehlversuche ermöglichten es dem mit relativ biederen Mitteln agierenden Gegner, die Partie bis in die Schlussminuten offen zu halten. "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit viel zu viele Chancen liegenlassen", meinte Kreisläufer Tobias Fröbel, der selbst auch erst im zweiten Durchgang zu größerer Treffsicherheit fand.

Die Steigerung der Gastgeber nach der Pause mag auch einer Gardinenpredigt von Coach Michael Boy in der Kabine geschuldet gewesen sein. "Da gab es einen kleinen Wachmacher", meinte Boy vielsagend - näher ins Detail wollte er nicht gehen. Der Schub reichte jedenfalls, an den Gästen vorbeizuziehen und zwischenzeitlich drei Tore vorzulegen. Gegen Ende der Partie zeigte die Leistungskurve der Bielefelder aber wieder deutlich nach unten, und nach zwei späten Zeitstrafen gegen Prüßner und Rydergård drohte in doppelter Unterzahl tatsächlich noch ein Punktverlust, den allein Maximilian Kroll mit einer glänzenden Parade gegen Sideri verhinderte.

Wie gesagt: In diesen Tagen ist es alles andere als leicht, ein Fan der TSG A-H Bielefeld zu sein.