Gegen eine offensive Deckung des TuS Ferndorf II muss sich die TSG A-H Bielefeld mächtig ins Zeug legen, obwohl die eigene Abwehr sicher steht. Pflichtaufgaben zu erledigen, macht selten Spaß. Unter diesem Gesichtspunkt war beim 26:18 (14:9)-Sieg der TSG A-H Bielefeld gegen den TuS Ferndorf II auch kein hochklassiges Unterhaltungsprogramm zu erwarten.

Die Begeisterungsfähigkeit der 450 Fans in der Heeper Sporthalle wurde allerdings bisweilen auf eine etwas härtere Probe gestellt.

Fast alle Zwischenstände deuten darauf hin, dass die Bielefelder der Sauerländer Zweitvertretung in allen Belangen überlegen waren. Und trotzdem rümpften nicht nur Fans sondern auch einige Spieler im Anschluss die Nase. Da war nämlich die Phase rund um die 50. Minute. Die TSG war mit Schwierigkeiten in die zweite Halbzeit gestartet. Johannes Krause hatte gegen eine extrem offensive Deckung der Gäste die Mittelposition von Marius Kastening übernommen und erklärte später, was er erwartet hatte: "Wir hätten einfach den Ball laufen lassen müssen. Wenn man gegen eine offensive Deckung spielt, muss man die Gegner hinterherrennen lassen."

Um die 40. Minute herum schien Spielfreude aufzukommen. Die TSG setzte sich von 14:10 über 17:10 auf 19:11 ab. Doch viele Treffer waren nicht spielerisch heraus gearbeitet, sondern vor allem von den Halbspielern Sewing und Kröger in Eins-gegen-Eins-Situationen regelrecht ins Tor gewühlt. "Wir hatten einen Plan. Dass der gegen eine solche Deckung nicht immer aufgeht, ist doch normal, aber letztlich ist der Sieg vollkommen in Ordnung", bewertete TSG-Coach Michael Boy im resoluten Klartext-Ton die Leistung.

Weil es vorne eben doch öfter klemmte, Kröger traf zweimal den Pfosten, holte Ferndorf, das im Angriff sehr begrenzte Möglichkeiten hatte, zum 18:20 auf. Wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn Arne Kröger nicht zum 21:18, und später Kastening ins leere Ferndorfer Tor zum 22:18 getroffen hätten.

Dass die Gäste am Ende fast neun Minuten kein Tor mehr erzielten, lag auch an der ersten Bielefelder Abwehrreihe mit Prüßner, Rydergård, Krause und Kastening in der Mitte. Die stand in der Schlussphase, besonders sicher, und auch Torwart Maximilian Kroll hatte einen guten Tag. Er hatte schon für das Highlight der ersten Hälfte gesorgt, als er in der 23. Minute gleich drei Würfe in Folge parierte. Zwei Minuten später bekam er nach einer weiteren erfolgreichen Parade das verklebte Spielgerät nicht unter seinem Hintern weg gerollt. Da war er also doch, der Unterhaltungswert.

"Wir hätten uns einfach ein paar Mal mehr belohnen müssen, wenn wir gute Chancen rausgespielt hatten", sagte Trainer Boy, "acht Tore Vorsprung am Ende sind in Ordnung". Sie hatten sich alle einen etwas ruhigeren Abend gewünscht, aber es war eben eine unliebsame Pflichtaufgabe, die letztlich klar gelöst wurde.

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