Die TSG gewinnt mit 33:21 (18:7) gegen einen VfL Gladbeck, der in Halbzeit eins überfordert ist. Aus einem 3:2 wird ein 12:2. Das Abwehrbollwerk um Rydergård und Krause steht bombensicher. Die neu formierte TSG A-H Bielefeld hat ihr Auftaktspiel gegen den letztjährigen Vizemeister VfL Gladbeck überraschend deutlich mit 33:21 (18:7) gewonnen. Es scheint, als sei der Übergang vom ambitionierten zum semi-professionellen Handball geräuschlos gelungen.

Von Beginn an glänzten Nils Prüßner und Marius Kastening als Torschützen; überlegt und ruhig agierte die TSG, die Gäste aus Gladbeck gewährten allerdings auch höflich den nötigen Raum dafür. Dass die Bielefelder nach halbwegs ausgeglichenen Anfangsminuten bis auf 12:2 (28.) davonpreschten, war aber nicht nur das Produkt vieler individueller Einzelleistungen im Angriff - es war die Schöpfung der roten Abwehrwand.

»Gusti sagt, ich nehme diese Ecke, du nimmst die andere«

Der neuformierte Innenblock um Gustav Rydergård und Johannes Krause - dahinter in schon fast perfekter Symbiose Keeper Maximilian Kroll, der am Ende 18 Paraden zu verzeichnen hatte - ließ wenig bis kaum Torgefahr der Gäste zu und ermöglichte ein zügiges Spiel nach vorne. "Das hat wirklich Spaß gemacht", freute sich Kroll über sein gelungenes Pflichtspieldebüt für die TSG. "Gusti sagt, ich nehme diese Ecke, du nimmst die andere" - klingt einfach, aber das habe die TSG tagelang trainiert, erläuterte Kroll später seelenruhig die so leicht aussehende Absprache.

"Wir haben es gemeinsam geschafft. Ich glaube, Gladbeck war überrascht von unserer Emotionalität, von unserem Einsatz. Immer wenn irgendwo ein Fehler passiert ist - und das war wirklich nicht oft -, stand gleich der nächste Spieler da", lobte TSG-Trainer Boy die geschlossene Mannschaftsleistung.

Gegen die nach Wiederbeginn offensive 4:2-Abwehr der Gäste gelang es der TSG nicht, den Traumstart aus Halbzeit eins zu wiederholen. Doch immer wenn es schien, dass die Gastgeber einen neuen Impuls nötig hätten, kam der von der vermeintlich zweiten Garde: Arne Kröger traf nach seiner Einwechslung gleich doppelt (21:9, 37.), aber auch Luca Sewing und Tim Schuwerack steuerten direkt Treffer bei - 31:18 (54.). Die rote Karte gegen Rydergard (51.) hatte am Ende lediglich statistischen Wert.

Es blieb einzig die Frage, ob die neue TSG, die Gladbeck teilweise wie eine Schülermannschaft aussehen ließ, tatsächlich so stark ist, wie es das Ergebnis ausdrückt - oder ob das Resultat doch noch wenig aussagekräftig ist. Sven Deffte, Trainer der Gladbecker, merkte halbwegs konsterniert an: "Wir waren keine zwölf Tore schlechter. Der Innenblock der TSG ist halt stark. Und wir haben ohne Druck auf die Gassen gespielt. Nils Prüßner hat da sofort ordentlich zugepackt, davon haben wir uns einschüchtern lassen." Und die TSG-Akteure? Sie versuchten recht professionell, die plötzlich entstandene Euphorie ein wenig einzudämmen: Keeper Kroll vermied es, ein klares Saisonziel auszusprechen, und auch Marius Kastening stellte fest: "Wir sind mit der nötigen Konzentration und Respekt an die Aufgabe herangetreten. Der Erfolg macht uns für heute sehr zufrieden, doch wir wissen, dass es erst der erste Spieltag war."

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