Handball-Landesliga: Der TuS verspielt nach einer starken Saison am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft. Die TSG II rettet sich aus vereinseigener Kraft. Senne und TuS 97 II steigen in die Bezirksliga ab.

Zwei von vier Mannschaften müssen absteigen, auch die TSG II rettete sich erst spät - eine miese Bilanz. Immerhin der TuS Brake spielt eine erfolgreiche Saison, die die Jungs vom Bohnenkamp auf Platz drei abschließen.

TUS BRAKE

Lange musste der TuS Brake warten, bis die überragende Hinrunde der Bielefelder auch mit der Tabellenführung belohnt wurde: Nachdem Nettelstedt II am zehnten Spieltag gegen Lahde verloren hatte, verdiente sich der TuS Brake mit dem 36:27-Derbysieg gegen die TSG Altenhagen-Heepen II die Spitze. "Wir haben teilweise deutlich über unseren Möglichkeiten gespielt, weil das Team intakt war", lobt Trainer Max Rittersberger, der verletzungsbedingt schon in der Hinrunde häufig nur acht oder neun Feldspieler aufbieten konnte. Platz eins wurde mit Siegen gegen EURo und Verfolger Minden-Nord (35:21!) verteidigt, ehe es Mitte Januar zum Showdown gegen Nettelstedt II kam. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das leider einseitige Spitzenspiel. "Die zweite Halbzeit gegen Nettelstedt hatte Symbolcharakter. Hermann Hippe und Luis Merschieve fielen aus - Nettelstedt konnte immer nachlegen, wir nicht", meint Rittersberger. Die Bundesligareserve zeigte sich fortan souverän - Brake verspielte mit Unentschieden gegen Senne und Lahde sowie einer Niederlage in Hille seine Ambitionen auf Platz eins. Weitere Niederlagen entrissen Brake den Status des einzigen Verfolgers. Am letzten Spieltag nahm Minden-Nord Revanche für die heftige Niederlage - Rang drei. "Man muss anerkennen, dass die klar beste Mannschaft aufgestiegen ist", meint Rittersberger. Auch ohne Verletzungspech wären die Braker wohl an den Nettelstedtern gescheitert.

TSG ALT.-HEEPEN II

Als die TSG nach einer ordentlichen Hinrunde zu Beginn der Rückserie in Oberlübbe und gegen Jöllenbeck gewann, und mit 15:15 im Mittelfeld stand, schien es, als könnte das Saisonziel Klassenerhalt schon frühzeitig erreicht werden. "Der Jahreswechsel war vernünftig - auch unser Auftritt im Pokal. Bis dahin hatten wir unsere Hausaufgaben gemacht", erinnert sich Ex-Trainer Sven Grüger.

Doch wie in der Hinrunde folgte jetzt Niederlage auf Niederlage: Negativer Höhepunkt war die Derbypleite gegen Senne, nach der sich die Mannschaft gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Grüger, der kurz zuvor seinen Wechsel zur HSG EGB Bielefeld bekannt gegeben hatte, aussprach.

"Vom Verein wurde die klare Forderung gestellt, die Liga zu halten. In erster Linie musste ich eine organisatorische Leistung erbringen", skizzierte Interimstrainer Ingo Franz. Unter Franz holte die TSG 5:7-Punkte und schaffte dank eines 33:19-Erfolgs gegen Wehe den Klassenerhalt aus eigener Kraft. "Die Einstellung der Aushilfen im letzen Spiel hat mich beeindruckt, aber auch die der Spieler, die deswegen im Endspurt zurückstecken mussten, und dies ohne zu murren hingenommen haben", lobte Franz. "Ich freue mich, dass die Jungs es jetzt geschafft haben", meint auch der geschasste Grüger.

HT SF SENNE

"Uns war nach dem schwachen Saisonstart früh bewusst, dass es um nichts anderes gehen würde, als um den Klassenerhalt", meint HT-Vorsitzender Arndt Wienböker. Der späte Wechsel von Niklas Schulze, mit dem das HT für die Rückrunde geplant hatte, war für Wienböker "der Anfang einer Kette von Widrigkeiten, die diese Saison gegen uns gesprochen haben."

Mit Tim Husemann und Julian Grumbach fehlten den Sennern zwei Leistungsträger langfristig. "Wir haben die Schlüsselspiele gegen direkte Konkurrenten um den Abstieg nicht gewonnen", erinnert sich Wienböker und verweist auf die Heimspiele gegen Oberlübbe (Hinrunde) und TuS 97 II (Rückrunde). Mit nur sieben Punkten war das HT schon nach Abschluss der Hinrunde akut abstiegsgefährdet.

"Zwar haben wir uns nach dem Derbyerfolg in Heepen stabilisiert, doch das war etwas spät", erkennt Wienböker. Um den Abstieg doch noch aus eigener Kraft verhindern zu können, hätte das HT am vorletzten Spieltag in Lahde gewinnen müssen: "Der falsche Gegner zum falschen Zeitpunkt", so Wienböker, dessen Team trotz eines Sieges am letzten Spieltag gegen Hille gegenüber den Konkurrenten das Nachsehen hatte. "Wir müssen die Lehren ziehen", meint Wienböker, und gibt schon das nächste Ziel vor: "Wir wollen den direkten Wiederaufstieg schaffen."

TUS 97 II

"Eine komplett verkorkste Saison. Am Ende hat sich die Mannschaft selber ins Knie geschossen", meint Ex-Trainer Akki Streu. Da alt und jung nicht recht zusammen finden wollten, verließen die Bielefelder den letzten Tabellenplatz ab Mitte der Hinrunde nur noch selten. "Gerade von denjenigen, die die Mannschaft führen sollten, hatte ich mir mehr erhofft", so Streu, der im Januar seinen Rücktritt anbot, dieser jedoch abgelehnt wurde.

In Marc Steinschmidt übernahm für die letzten fünf Spiele dann doch noch ein Routinier des Teams den Trainerposten - in einer schon aussichtslosen Situation. "Die Mannschaft hat nicht wie ein Absteiger gespielt", lobt Steinschmidt die couragierten Auftritte der letzten Wochen. Auch im Angriff, der großen Baustelle der Saison, befand er: "Die Mannschaft hat sich gefunden." Nach einer Niederlage am vorletzten Spieltag in Wehe stand der Abstieg dann aber doch fest.

Kader und Torschützen

TuS Brake: Lyschick/Wächter/Kirstein; Johannmeier (150/52), Lu. Merschieve (121), Hippe (112), Ober (78/40), Welge (70), Werning (67), Tiemann (56/4), Lause (53), Bartczak (25), Rolf (25), Benker (10/3), Lippert (9), Ma. Merschieve (7/1), Menkhoff (6), Lorge (2/1).

TSG Altenhagen-Heepen II: Grauting (1)/Ehlentrup/Wolfmeier/Klare; Kreismann (170/25), Franz (97/25), D. Kipp (83), S. Kipp (70/3), Richter (56), Marquardt (51/9), Schütforth (45), Schuwerack (39/1), Eschler (29), Horstmann (24), Egor (15), Globke (11), Ortmann (10), Prüßner (9/1), Strathmeier (8), Sewing (7), Wortmann (6), Schumann (5), Weeke (3), Kappelt (3), Kirsch (3), Moning (2), Dux (1), Kuba, Sahm, Asseburg, Ostmann, Grunow.

HT SF Senne: Hanneforth/Stoltze/Rudnik/Finkeldei; Strothmann (129), Eisberg (112/59), Lücking (92), Mikuszies (66), Preis (60), Boberg (49), Husemann (37), Cahsel (28), Kuhnhenn (19), Gintzel (15), Grumbach (10), Höfer (10), Köhler (9), Pawisa (2), Blankert (1).

TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II: Köhne/Grafen; Braunheim (174), Kristen (64), Zimmerling (52), Wobig (50), Bruelheide (38), Nolte (35), Sternberg (31), Werner (31), Steinschmidt (30), Kleist (27), Jahr (29), Krebs (15), Husemann (13), Höner (9), Streu (8), Grothaus (5), Steffen (4), Kleineberg (3), Poppe (1), Schäfer-Nolte (1), Markworth (1), Mühlbeier (1), Sokol.

Nächstes Spiel | Oberliga | 9. Spieltag

TSG Altenhagen-Heepen II
TuS SW Wehe
19.11.2017, 17:00 Uhr
Gymnasium Heepen, Alter Postweg, Bielefeld

Trainingszeiten

Mi 19.45-21.30 CSS2
Fr.18.30-20.30 SH

Ansprechpartner

Dennis Gote
e-Mail: dennisgote@web.de
Tel.: 0171-7074702
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Wolfgang Nolte
e-Mail: wolfgang.nolte62@gmx.de
Tel.:0171-1228379