Handball-Oberliga: Gereifte TSG zuversichtlich zum TuS Spenge – TuS 97 in Hamm. Eins gegen zwei: Das richtungsweisende Spitzenspiel elektrisiert die Handball-Oberliga. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken fährt die TSG A-H Bielefeld voller Optimismus am Samstag (19.15 Uhr) zum TuS Spenge. Der Sieger kürt sich zum Topfavoriten auf den Aufstieg in die 3. Liga. Weiter unten kann der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck den Tabellennachbarn ASV Hamm II im Falle eines Auswärtssieges überflügeln (Sa., 19.30 Uhr). Trainer freut sich »mega«

Michael Boy sitzt am Samstagabend zum 122. Mal als verantwortlicher Trainer auf der Bank der TSG A-H Bielefeld, so oft wie kein anderer Vorgänger in den zurückliegenden 25 Jahren. Es sei ein »schöner Zufall«, dass das beim Oberliga-Handballhit in Spenge passiert. Dieses Jubiläumsspiel möchte Boy auf keinen Fall mit einer Niederlage in Verbindung bringen müssen. »Ganz unabhängig von dieser Zahl freue ich mich mega auf diese Begegnung. So geht es uns allen. Wir sind fokussiert, wir sind bereit«, sagt er. »Unsere gute Vorbereitung gibt ein Gefühl der Sicherheit. Wenn wir alles richtig machen, wird auch das Ergebnis passen.« Wichtig werde sein, »dass wir uns auf eventuelle Veränderungen schnell einstellen.«

Beim 24:27-Hinspiel vor mehr als 3400 Zuschauern in der Seidensticker Halle (»Vielleicht ist die Erinnerung an diese Niederlage der letzte Kick«) sei seine Truppe »noch nicht so gefestigt« gewesen. »Inzwischen haben wir einige Wellenbewegungen hinter uns, können besser mit taktischen Herausforderungen umgehen und sind ein Team geworden.« Spenges monatelange Siegesserie ficht ihn nicht weiter an. »Die Karten werden am Samstag neu gemischt. Dieses Derby schreibt eine eigene Geschichte.«

Respekt zeigt Michael Boy vor allem vor Spenges Gegenstoßspiel. Da ist schnelles Umschalten vonnöten, um Sebastian Reinsch und Leon Prüßner nicht ins Rollen kommen zu lassen. Spenges Rechtsaußen René Wolff (Grippe) fällt aus. Boy bangt ein bisschen um seinen rechten Flügelflitzer Nils Strathmeier, der in der Woche wegen Rückenproblemen eine Trainingspause einlegte.

Das Topduell des 20. Spieltages steht unter Verbandsaufsicht (Torsten Brandt, Vlotho). Als Schiedsrichtergespann sind Stefan Ahlgrimm und Christopher Backwinkel (DJK Oespel-Kley) angesetzt. »Ich denke, es wird ein sportlich faires Spiel«, sagt Michael Boy. »Ob es auch ein hartes wird, entscheiden die Referees mit ihrem Durchgreifen.«

Spenge habe bei seinen Siegen oft bloß 20 Minuten Gegenwehr erlebt, erzählt Boy. »Wollen doch mal sehen, wie sie mit einem Gegner klarkommen, der ihnen 60 Minuten lang alles abfordert.« Wie der Spielausgang den weiteren Saisonverlauf beeinflusst, ficht den TSG-Coach nicht weiter an. »Wir haben es geschafft, uns bis zu dieser Woche nicht mit dem Spenge-Spiel zu beschäftigen. Und jetzt beschäftigen wir uns nur damit!« TuS 97: Jeder Punkt zählt

In anderen Tabellensphären unterwegs ist der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, für den beim ASV Hamm-Westfalen II am Samstagabend ein richtungsweisendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt ansteht. »Jeder Punkt ist wichtig. Die Konkurrenz schläft nicht«, weiß Trainer Eric Husemann um die enge Konstellation im Tabellenkeller. Mit einem Sieg würden die Jürmker (Platz zehn mit 15:23 Punkten) den Tabellennachbarn überflügeln. »Wir können uns also ein bisschen Luft verschaffen und genau das ist unser Ziel«, betont Husemann.

Die 22:34-Derbyklatsche gegen die TSG hat der TuS 97 schnell zu den Akten gelegt. »An dem Tag ging einfach nichts.« So war es auch im Hinspiel gegen Hamm, als Jöllenbeck beim 31:38 vor heimischem Publikum ohne Chance blieb. »Da haben wir das Tempospiel des Gegners überhaupt nicht in den Griff bekommen«, erinnert sich Eric Husemann. Umso wichtiger wird es sein, am Samstag genau das zu unterbinden.

Die Hammer Zweitligareserve um David Wiencek, Bruder von Nationalspieler Patrick Wiencek, und Linkshänder Kim Voss-Fels bezeichnet Jöllenbecks Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier als »Wundertüte, die uns nicht so liegt.« Entsprechend fordert Eric Husemann eine hoch konzentrierte Vorstellung von seinem Team. »Wir müssen alles investieren und effektiv spielen.« Da auch der Gegner – Hamms 1. Mannschaft spielt am Samstagabend zeitgleich – noch mitten im Abstiegskampf steckt, darf von einem hart umkämpften Duell ausgegangen werden.

Beste Derby-Torschützen

TSG: 1. Phil Holland (37/2),
2. Henrik Ortmann (29/1),
3. Carsten Kappelt (26),
4. Leon Prüßner (25/1),
5. Johann-David Starck (21/1),
6. Tobias Fröbel (20),
7. Christopher Kunisch (20/6),
8. Luca Werner (20/5),
9. Lukas Schulz (19/7),
10. Daniel Meyer (18/8),
11. Libor Hrabal (14/4),
12. Carl-Moritz Wagner (13),
12. Christian Grunow (13.).

TuS Spenge: 1. Dennis Matthews (42/18), 2. Sebastian Kopschek (14/5), 3. Marco Steffen (28/7), 4. Stefan Dessin (20), 5. Johannes Ebbinghaus (16), 6. Christoph Mylius (15/1), 7. Christaki Kolios (14/3), 8. Christoph Harbert (13), 9. Michael Scholz (9), 9. Frank Steinecke (9), 9. Nils van Zütphen (9).

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