1. Herren | Westfalen-Blatt (Jörg Manthey) | 20.01.18
TSG fährt als Favorit nach Mennighüffen. Der nächste Jäger bläst zum Halali auf die TSG A-H Bielefeld: Der Spitzenreiter der Handball-Oberliga muss sich am Sonntag (17 Uhr) beim Tabellenvierten VfL Mennighüffen erwehren. Am letzten Spieltag der Hinrunde wollen es beide Mannschaften besser machen als zuletzt. Interessant: In der Sporthalle des Gymnasiums Löhne trifft der tabellarisch beste Angriff auf die Betonabwehr der Liga.

Michael Boys Plan ist unmissverständlich: »Hinfahren, zwei Punkte mit zurücknehmen, Platz eins verteidigen, fertig«, erklärt der TSG-Trainer voller Passion. Da Mennighüffen eine 6:0-Abwehrformation bevorzugt, werde sich »ein ganz anderes Spiel als gegen Soest« entwickeln. Gleichwohl hat Boy mit seiner Crew Lösungen erarbeitet, sollte Trainerkollege Zygfryd Jedrzej ebenfalls offensive Störfeuer einstreuen.

Die Bielefelder Personalsituation entspannt sich zusehends. Der zuletzt grippekranke Arne Kröger ist am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen, Tobias Fröbel am Donnerstag. Auch Jonas Zwaka kann nach seiner Leistenbruchoperation wieder auf dem Spielberichtsbogen stehen. Beim Schweden Gustav Rydergård kehrt die Fitness langsam zurück.

»Gegen so einen Gegner können wir eigentlich nur gewinnen«, erklärt VfL-Keeper Daniel Habbe. Sein VfL Mennighüffen hatte nach elf Spieltagen erst 255 Gegentore kassiert; klarer Spitzenwert der Liga. Trotz der vernichtenden 17:31-Klatsche am Wochenende bei den SF Loxten, schon der zweiten nach dem 25:36 gegen Spenge, stellt der Gastgeber weiterhin die zahlenmäßig stabilste Deckung.

Coach Jedrzej konnte zuletzt keinem seiner Spieler Normalform attestieren und notierte in Loxten 25 Fehlwürfe und zwölf technische Fehler – »eine Horrorquote.« Auch Daniel Habbe urteilte streng: »Wir haben im Kollektiv versagt!« Für Mennighüffen war es das erste Spiel ohne Mittelmann Arne Halstenberg. Der wird erst im Mai von einem Studienaufenthalt aus den Vereinigten Staaten zurückerwartet. Halstenberg gehörte bislang zu den stärksten VfL-Spielern; vorne wie hinten. »Das darf aber keine Ausrede sein«, kommentierte Habbe das körperlose Abwehrverhalten.

War der VfL Mennighüffen im Vorjahr noch stark vom Funktionieren der Achse Büschenfeld/Kröger abhängig, so hat der Wechsel Arne Krögers zur TSG als Nebenwirkung (neben erheblich weniger selbst erzielter Treffer), dass der Gastgeber schwerer ausrechenbar ist. Dafür sorgen etwa Lukas Mailänder oder der frühere TSG-Rückraumschütze Pascal Schumann. Linkshänder Jonas Köster oder Oldie Tomek Tluczynski (2007 Vize-Weltmeister mit Polen) sind weitere wertvolle Mosaiksteine im Erfolgsbild.

»Der gute Spirit, der Mennighüffen zu Beginn der Saison ausgezeichnet hatte, das große Selbstvertrauen, scheint verflogen«, wundert sich Michael Boy etwas über den Leistungsabfall des Gastgebers. Gleichwohl stellt er sein Team auf einen kämpferischen Sonntagnachmittag ein. »Wir stehen nicht als Aufbaugegner zur Verfügung und werden mit der nötigen Portion Respekt an die Sache herangehen.«

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