Die Gastgeber sind beim 34:22-Erfolg gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zu überlegen, um echte Emotionen zuzulassen. Die Gäste halten lediglich bis zum 6:6 mit. Krause ragt mit elf Treffern heraus. Das Derby besitzt noch Strahlkraft. Etwas weniger als 2.000 Fans waren in die Seidensticker-Halle gepilgert:

Als Anhänger der TSG, um einen vermeintlichen Pflichtsieg zu sehen - als Schlachtenbummler des TuS 97, um eine mögliche Überraschung zu erleben. Früh zeichnete sich ab, dass die Überraschung wohl ausbleiben würde - am Ende stand ein 34:22 (17:11) für die TSG A-H Bielefeld.

Eine gute Viertelstunde lang konnten die Gäste das Stadtderby ausgeglichen gestalten. Ihre Abwehrformation arbeitete engagiert, und Jöllenbecks Kult-Torwart Christian "Buddha" Trittin konnte bis zum 6:6 (16.) immerhin schon sieben Bälle halten. Aber als dann Carl-Moritz Wagner für Tim Schuwerack im Innenblock eingesetzt wurde (10.), stabilisierten sich die Gastgeber in der Defensive. "Seine Hereinnahme hat sich sofort bemerkbar gemacht", befand TuS-Kapitän Leon Ludwigs, der selbst häufig von Wagner bearbeitet wurde.

»Wir sind schnell stabil geworden, haben zwingender gespielt «

Jetzt - mit Wagner und dem etatmäßigen Regisseur Marius Kastening, den Boy erst nach einer Auszeit (16.) einsetzte - lief es klar für die TSG. Innerhalb von nur zwei Minuten verschafften sich die Gastgeber ein 4-Tore-Polster (10:6) - und erstickten eine mögliche Derbyatmosphäre im Keim. Johannes Krause, der drei der vier Treffer beisteuerte, zeigte sich hauptverantwortlich, zudem traf Nils Strathmeier bei einem Gegenstoß. "Mit dem Torhüterwechsel und der Hereinnahme von Marius Kastening kam die Wende. Gar nicht, weil Kastening als Torschütze übermäßig Gefahr ausstrahlte, sondern weil er Krause gut in Szene setzte", erkannte TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann und fügte hinzu: "Johannes Krause konnten wir, meiner Meinung nach, überhaupt nicht mehr kontrollieren." Eine Meinung, die Husemann am späten Sonntagabend nicht exklusiv gehabt haben dürfte. "Endlich", so der gelobte Krause, "lief es bei mir wieder. 15 Minuten war es eng, aber so läuft ein Spiel halt. Wir sind schnell stabil geworden, haben zwingender gespielt", freute sich der Hauptprofiteur, der am Ende auf elf Tore kam.

Gegen die jetzt souveräne TSG konnten die Jöllenbecker insbesondere aus dem Rückraum zu wenig Durchschlagskraft entwickeln. Die Gastgeber zogen unaufhaltsam auf 13:7 (23.) davon. Einzelaktionen, wie Leon Ludwigs Wurf aus elf Metern Torentfernung zum 15:10 (27.), begrenzten den Schaden temporär. Hätte Strathmeier nicht kurz vor der Pause einen Gegenstoß vergeben, und wäre Jakob Röttgers etwas unorthodoxer, aber knallharter Schlagwurf zum 17:11 neben dem Tor gelandet - die TSG wäre mit einem noch deutlicheren Vorsprung in die Kabine gegangen. "Wir haben aus der ersten und zweiten Welle viele Tore geworfen und uns so das Leben leicht gemacht", freute sich TSG-Trainer Boy.

Die zweite Halbzeit ist - sportlich - schnell erzählt. "Wir haben es nicht geschafft, noch einmal zu verkürzen. Auch als wir auf eine 5:1-Abwehr umgestellt hatten, fand die TSG schnell die richtigen Lösungen", erkannte Ludwigs. Jonas Zwaka, der zwischenzeitlich auf der Spielmacherposition eingesetzt wurde, setzte gute individuelle Impulse.

Und die Gäste? Der tapfere Trittin verließ beim 26:16 (48.) - der ersten zweistelligen Führung der TSG - entnervt sein Tor. Nils Grothaus betrieb mit einigen Schlagwürfen in der Schlussphase ein wenig Ergebniskosmetik. So ging es von 30:18 (53.) auf 30:20 - ehe die TSG mit 34:22 gewann.

Hendrich verlängert

Am Rande des Derbys verkündete die TSG die Vertragsverlängerung mit Torwart Felix Hendrich. "Er bringt sich außerordentlich in Team und Verein ein und hat starke Leistungen gezeigt", sagt Christian Sprdlik.