Im Duell der TSG A-H Bielefeld gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck trifft ein Aufstiegsaspirant auf einen Stadtrivalen, der ohne Druck spielt. Alle hoffen auf eine volle Seidensticker-Halle. Wird sich wieder einmal einer dieser magischen Derbymomente herstellen lassen? Hat das Bielefelder Oberligaduell auch anno 2018 das Zeug, an vorausgegangene Treffen anzuknüpfen? Die Tabellensituation sagt nein, aber andere Voraussetzungen sind geschaffen, um die Fans zu verzücken.

DAS UMFELD

Das Duell findet in der Seidensticker-Halle statt. Parallel stattfindende Konkurrenzspiele gibt es so gut wie keine, was den einen oder anderen neutralen Schlachtenbummler aus OWL zusätzlich bewegen könnte, in die Arena zu pilgern. TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik setzt wie gewohnt auf den Event-Charakter: Cheerleader, Lichtshow und Musik. "Die Anwurfzeit - zwischen Kaffee und Tatort - ist familienfreundlich. Wir spielen das erste Mal am Sonntag um 17 Uhr in der Seidensticker-Halle", meint Sprdlik, der auf eine gut gefüllte Arena hofft. "Ein toller Spieltag, das Stadtderby und der 25. Geburtstag der Seidensticker-Halle", nennt Sprdlik genug Gründe für einen Besuch. Vierstellig sollte die Zuschauerzahl schon werden - und das Spiel hätte es auch verdient.

DIE CHANCE DES TUS

Es sind wohl eher mentale Vorteile, auf die TuS-97-Coach Sven-Eric Husemann setzen muss. Da ist zunächst der Auftritt im Hinspiel, in dem sich die Nord-Bielefelder, anders als erwartet, bis zum Schluss nicht abschütteln ließen. Das hat sich eingebrannt. Die TSG bleibt dennoch der haushohe Favorit, aber genau das könnte den Jöllenbeckern die nötige Lockerheit verleihen. Zu verlieren haben sie nichts und rechtzeitig vor der schweren Aufgabe holten sie die wichtigen Punkte gegen Hemer. Schon häufiger in dieser Saison hat die TSG einen großen Vorsprung in der zweiten Halbzeit eingebüßt. Sollte der TuS 97 kurz vor Schluss dran sein, könnte es eine Nervenschlacht werden. In der dürften die Husemann-Schützlinge Vorteile haben. Der angeschlagene Leon Ludwigs hat nach seiner Oberschenkelzerrung aus der Vorwoche eine Woche mit dem Training ausgesetzt. Christian Niehaus war eine Woche beruflich in Spanien. "Bei uns muss alles passen. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, aber natürlich brauchen wir auch jeden Punkt", sagt Husemann, der ein bisschen darauf hofft, dass die TSG schon in Gedanken beim Derby in Spenge ist.

DIE CHANCE DER TSG

Sie sind einer von zwei Aufstiegsaspiranten und stehen 16 Punkte vor dem TuS 97. Dafür gibt es Gründe, die auch in diesem Derby schwer wiegen. Die Einzelspieler der TSG sind überragend. Vor allem im Rückraum, und da speziell auf der halbrechten Seite, ist die Mannschaft von Michael Boy den Jöllenbeckern überlegen. Beim TuS 97 fehlt ein schlagkräftiger Linkshänder.

Entscheidend wird einmal mehr auch die Abwehr sein. Gelingt es der TSG, die 6:0-Formation sicher zu stellen, dann wird es für die Gäste schwer, zum Torerfolg zu kommen. "Die 28 Gegentore aus dem Hinspiel sollten uns eine Warnung sein. Wir müssen präsent sein, auch körperlich und auf ein Derbyspiel einstellen", meint TSG-Trainer Michael Boy.

Schwächen könnte die TSG ein drohender Ausfall von Regisseur Marius Kastening oder Gustav Rydergård, der grippekrank unter der Woche nicht trainieren konnten. "Mein Gefühl sagt mir, dass einer es nicht rechtzeitig schaffen wird", glaubt Boy und ergänzt dann aber kämpferisch: "Jöllenbeck muss sich nicht verstecken; wir dürfen nicht sagen, dass wir die Geilsten sind. Aber wir sind der Favorit und nehmen die Rolle auch klar an."