Der TuS 97 empfängt Hemer. Die TSG A-H Bielefeld ist in Gevelsberg der klare Favorit. Beide Teams haben viele angeschlagene Akteure zu beklagen. Der warnende Zeigefinger gehört dazu: Kaum ein Trainer wird vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten fröhlich über die Höhe des zu erwartenden Sieges philosophieren, oder sich schon mal mit dem nächsten Gegner beschäftigen.

´Letzteres könnten die beiden sportlich Verantwortlichen der Bielefelder Oberligisten natürlich tun, denn in einer Woche steht das Derby auf dem Spielplan. Doch die Trainer Sven-Eric Husemann und Michael Boy beschäftigen sich lieber mit den anstehenden Aufgaben.

Der Tabellenzweite TSG A-H Bielefeld reist zum Schlusslicht Gevelsberg/Silschede, das von Norbert Gregorz trainiert wird. Der Ex-Bielefelder verbuchte noch keinen Sieg mit seinen Schützlingen, viele Niederlagen fielen aber mit zwei bis drei Toren recht knapp aus. "Leider haben wir es noch nicht geschafft, unsere Leistung mal über 60 Minuten abzurufen. Oft reagieren wir überhastet und machen Fehler, wenn wir zum Ende hin noch Anschluss haben", muss Gregorz über sein junges Team berichten: "Aber wir freuen uns auf eine Partie gegen eine echte Spitzenmannschaft mit dem wahrscheinlich besten Torwart der Liga. Und natürlich wollen wir die kleine Außenseiterchance nutzen."

"Wir sind im Hinspiel ganz gut mit denen zurecht gekommen", erinnert sich Michael Boy. Das 38:26 war eine der dicken Schlappen für Gevelsberg. "Wir müssen nicht nur unser Tempospiel umsetzen, sondern auch wieder Durchschlagskraft aus dem Rückraum zeigen und Lücken reißen", fordert Boy. Hinz, Kroll, Krause und Schuwerack waren zuletzt gesundheitlich angeschlagen.

Für TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann bietet das Heimspiel gegen den Rangsiebten Hemer noch einmal eine gute Möglichkeit zu punkten, ehe sein Team zum Stadtduell in der Seidensticker-Halle antreten muss. "Gegen Heepen wird es schwerer", glaubt er.

Das Hinspiel im Sauerland hat der TuS 97 deutlich verloren. "36 Gegentore sind natürlich deutlich zu viel gewesen", erinnerte sich Husemann, der schlussfolgert: "Wir haben noch eine kleine Rechnung zu begleichen." Ähnlich wie bei der TSG hat aber auch die Nord-Bielefelder die Grippe- und Erkältungswelle erfasst: Hinter dem Einsatz von Lukas Heins, Christian Niehaus und Malte Begemann steht mehr als ein Fragezeichen. Insbesondere die Kreisläuferposition ist arg gebeutelt. "Im Notfall spielt da Nils Grothaus. Er hat es ja schließlich jahrelang gemacht", meint Husemann, dem Grothaus dann aber in der Fernwurfzone fehlen würde. "Mit Arne Kämper und Jakob Röttger haben wir Spieler, die Torgefahr ausstrahlen. Auch Leon Ludwigs kann auf der halblinken Position spielen, da haben wir eigentlich genug Optionen", meint Husemann. Immerhin könnte Daniel Meyer, der zuletzt wegen einer Daumenverletzung passen musste, sein Comeback geben.