Die TSG kommt mit Kampf und Krampf zu einem 23:21-Sieg gegen Hemer. Es fehlte nicht viel, und die TSG A-H Bielefeld hätte ihre immer noch ordentliche Ausgangsposition im Titelrennen gegen den TuS Spenge durch einen weiteren Punktverlust vielleicht entscheidend verschlechtert.

Doch mit viel Kampf, einigem Glück und einem bärenstarken Torwart Maximilian Kroll rettete der Oberliga-Zweite gegen den HSV 81 Hemer ein 23:21 (10:11) so gerade eben ins Ziel. "Mit spielerischem Glanz hatte das heute nicht viel zu tun, dieser Sieg war Mentalitätssache", fasste Trainer Michael Boy die 60 Minuten im Heeper Dom treffend zusammen.

Die Gastgeber bekamen nach einem recht guten Start (3:1, 5.) schnell Sand ins Angriffsgetriebe und rannten ab der achten Minute lange Zeit einem Rückstand hinterher. Zu frühe und unplatzierte Abschlüsse machten es den Gästen leicht, bis zum Ende mitzuspielen. Denn auch nach zwischenzeitlichen 3-Tore-Führungen (19:16/48.; 21:18/ 53.) bekam die TSG einfach nicht den Deckel auf das Spiel.

"Ich muss die Mannschaft heute ein wenig in Schutz nehmen: Johannes Krause fehlte wegen einer starken Grippe, und auch Marius Kastening und Nils Prüßner konnten die ganze Woche nicht trainieren", erläuterte Boy, warum bei seinem Team im Angriff kaum etwas zusammenlief. Immerhin war zumindest Kastening einigermaßen "auf dem Damm" und avancierte mit sieben Treffern zum Alleinunterhalter aus dem Rückraum. "Auch wenn ich körperlich nicht ganz voll da war, bin ich in so einer Situation natürlich als Führungsspieler gefordert", meinte Kastening. Alle Halben kamen dagegen selten bis gar nicht zum Zug - hier hat die TSG sicher einiges Steigerungspotenzial.

Zum Glück funktionierte wenigstens die Defensive der Bielefelder, die in Keeper Maximilian Kroll ihren großen Rückhalt besaß. Der Torwart entschärfte ein gutes Dutzend Bälle, darunter einen Siebenmeter, und hatte auch in der entscheidenden Szene des Spiels das bessere Ende für sich: Als die TSG zweieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 22:20 in doppelte Unterzahl geraten war und schon den Anschlusstreffer zum 22:21 kassiert hatte, wehrt Kroll den Wurf des frei vor ihm auftauchenden Linksaußen des HSV Hemer mit einem tollen Reflex ab. "Schließlich bin ich dafür da, ein paar entscheidende Bälle zu halten", blieb der Matchwinner ganz bescheiden, legte aber anschließend den Finger in die Wunde: "Wir werfen in letzter Zeit im Angriff zu viel weg. Wenn wir das abstellen, können wir solche Spiele deutlicher gestalten."

Coach Boy war es wichtig zu betonen, "dass die Mannschaft absolut intakt ist: Wir wissen, was wir können, und werden das auch in den nächsten Partien wieder besser abrufen." Das wird auch nötig sein, um bis zum Spenge-Spiel in drei Wochen weiter im Aufstiegsrennen zu bleiben.