Bielefeld(WB). Das fesselnde Fernduell in der Oberliga zwischen dem TuS Spenge und der TSG A-H Bielefeld um den einzigen Aufstiegsplatz erhält zunehmend auch eine mentale Dimension. Wer von den Bielefeldern gehofft hatte, dass Spenge beim heimstarken Soester TV stolpert, musste sich eines Besseren belehren lassen.

Stattdessen war es die TSG, die mit dem 28:28 bei LIT Tribe Germania etwas an Boden verlor. Am Tag danach hatte Trainer Michael Boy schon Frieden mit dem Ergebnis geschlossen. »Wir haben unseren Plan nicht verlassen. Es war kein gewonnener und kein verlorener Punkt – sondern ein Punkt, der die Leistung an diesem Tag widerspiegelte«, meinte er. Passiert sei nichts: »Wir haben weiterhin alles in eigener Hand.«

Kollege Heiko Holtmann resümierte Spenges 23:21 in Soest so: »Wir haben mit einer nicht guten Leistung gewonnen.« Lektion: Auch eine dürftige Leistung gibt zwei Punkte. Der wachsende Nervenkitzel gehöre jetzt dazu, und dem müsse die TSG-Mannschaft gewachsen sein, so Boy. »Eines muss in die Köpfe: Dass wir den Glauben an den Aufstieg nicht verlieren! Das ist oberstes Gebot! Wir dürfen da keinen Zentimeter weichen!«, verlangt der Coach eine reife Mentalität, die ein 28:28 schadlos wegsteckt. »Spenge scheint im Moment obenauf. Das Schöne im Sport ist, dass wir uns am kommenden Wochenende neu beweisen können. Das werden wir tun. Mit breiter Brust.« »Wir sind nicht verkrampft«

TSG-Regisseur Marius Kaste-ning sah als gewichtigen Grund für den ersten Punktverlust der Rückrunde die LIT-Maßnahme, von einer 6:0- auf eine 5:1-Abwehr umzustellen. »Damit haben wir uns schwer getan. Wir treffen im Angriff zu viele falsche Entscheidungen.« Auch wenn die Euphorie und mithin die Lockerheit »ein wenig verflogen« sei und vieles »zäh« laufe, bleibt Kastening positiv. »Die Mannschaft hat einen guten Charakter. Wir sind nicht verkrampft. Alle denken lösungsorientiert im Sinne des Teams.« Ein Erfahrungswert müsse sein, »noch mehr von Spiel zu Spiel zu gucken. Wir hatten vielleicht etwas zu viel Weitblick entwickelt, das Endspiel gegen Spenge zu sehr im Kopf. Das könnte Prozente an Fokus gekostet haben.« Strathmeier muss raus

Dass in Nordhemmern »einige Freie« nicht den Weg ins Tor fanden, wollte der Trainer niemandem zum Vorwurf machen. Tim Schuwerack oder auch Nils Strathmeier, der zudem in der 45. Minute verletzungsbedingt ausschied, seien beide erst 20 und 22 Jahre jung. Boy: »Das passte auch wieder ins Bild. Da ist Nils Prüßner mal nicht da, und ausgerechnet in diesem Spiel verletzt sich mit Nils Strathmeier einer, der davor jahrelang durchgespielt hat.«

Bei der TSG sollten sie zumindest mal den Versuch unternehmen, Spenge für das Giganten-Duell am 17. März mit Aussicht auf einen Zahltag einen Umzug in die Seidensticker Halle schmackhaft zu machen. Dort hat der Nachbar schließlich schon mal gewonnen, 27:24 im Hinspiel. Vor 3400 Besuchern. Angesichts der aktuellen Ausgangsposition dürfte diese Kulisse noch erheblich getoppt werden. Wetten, dass? TuS 97 verschafft sich Luft

Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck darf nach dem 33:23-Streich gegen den VfL Mennighüffen erstmal kräftig durchatmen. »Dieser Sieg gibt uns etwas Ruhe«, freut sich Rückraumspieler Nils Grothaus. Stimmt. Der Abstand auf den Vorletzten HSG Augustdorf / Hövelhof (29:17 gegen Möllbergen) beträgt weiterhin fünf Punkte, außerdem haben die Jürmker den kommenden Gegner TuS Ferndorf II (26:29 in Hemer) und den nun punktgleichen TuS Möllbergen in der Tabelle überflügelt. »Das sollte uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. Wir dürfen uns aber in keinster Weise auf diesem Sieg ausruhen, sondern müssen auf der Leistung aufbauen«, sagt TuS 97-Trainer Eric Husemann. Kreisläufer Lukas Heins stellte zufrieden fest, dass »wir endlich mal das Potenzial abgerufen haben, was in uns steckt. Wir sind selbstbewusst ins Spiel gegangen und haben den Ball laufen lassen.«

Als sicherer Rückhalt erwies sich dabei erneut Christian »Buddha« Trittin zwischen den Pfosten. Der gab das Lob an seine Vorderleute weiter: »Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart war richtig gut. So muss das sein und genau so müssen wir weitermachen.« Netter Nebeneffekt des 33:23-Mutmachers: Dadurch haben die Jürmker auch den direkten Vergleich gegen Mennighüffen (Hinspiel 18:22) gewonnen. Jedrzej ist bedient

Die Gemütslage bei Mennighüffens Trainer Zygfryd Jedrzej war nach der Derbyschmach und einer vorne wie hinten enttäuschenden Vorstellung logischerweise eine ganz andere. »Nur 23 Tore, aber 26 Fehlwürfe. Das ist der Hammer. So kann man kein Spiel gewinnen. Wenn es am Ende so aus dem Ruder läuft, ist das auch ein Zeichen dafür, dass uns im Moment der Biss und die Zielstrebigkeit fehlen«, stellte »Siggi« ernüchtert fest. Kurios: Trotz der dritten Niederlage in Folge stellt Mennighüffen noch immer die beste Abwehr der Liga, wovon am Samstag allerdings nichts zu sehen war. Kreismann nach Harsewinkel

Verbandsligist TSG Harsewinkel rüstet sich für die kommende Saison und hat mit dem früheren Bielefelder TSG-er Albert Kreismann (21) und Rückraum-Regisseur Thomas Fröbel zwei Spieler vom Ligakonkurrenten TV Verl verpflichtet. »Albert ist sehr variabel einsetzbar, wobei der Kreis passend zu seinem Namen seine Hauptposition ist«, schmunzelt Trainer Manuel Mühlbrandt. Ausgebildet wurde Albert Kreismann bei der TSG Altenhagen-Heepen. Für die spielte in der Serie 2013/14 auch Thomas Fröbel, der aktuell wegen eines Kreuzbandrisses pausieren muss. Der 27-Jährige befindet sich vier Monate nach dem Unfall voll im Reha-Plan und möchte in der kommenden Saison »gern Verantwortung übernehmen«. Fröbel freut sich auf die Aussicht, »nochmal mit meinen langjährigen Kumpels Flo Öttking und Johnny Dähne auf der Platte stehen zu können.«

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