Handball-Oberliga: Die TSG A-H Bielefeld muss in Nordhemmern antreten, wo sie zuletzt 2009 gewinnen konnte

Bielefeld. Auch wenn TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann betont, dass die Jöllenbecker nur auf sich schauen würden, weiß er um die Bedeutung des Kreisderbys gegen den VfL Mennighüffen. Der Anschluss an das untere Mittelfeld soll unbedingt gehalten werden - denn ein möglicher Heimsieg des Tabellenvorletzten Augustdorf gegen Möllbergen könnte die Situation verschärfen.

"Ulrich Neumann ist jemand, der zupackt", kann TuS-97-Trainer Sven-Eric Husemann über den "Aggressivleader" des VfL Mennighüffen berichten. Zusammen mit Marco Büschenfeld ist er hauptverantwortlich für den starken Zusammenhalt der VfL-Abwehr. Lediglich 356 Gegentore bedeuten aktuell den Ligabestwert. "Im Hinspiel haben wir uns relativ schwer getan", erinnert sich Husemann an die nur 18 geworfenen Tore im September. "Im Kreispokal haben wir allerdings gezeigt, wie es gehen kann", meint Husemann. In 20 Minuten hatten die Jöllenbecker zehn Tore erzielt. Husemann fordert deshalb "Dampf und Kreativität" im Angriffsspiel seiner Mannschaft: "Wir müssen die Abwehr von Mennighüffen ständig vor andere Aufgaben stellen." Fehlen wird den Gastgebern ihr bester Torschütze Daniel Meyer, der auf Grund einer angerissenen Sehne im Daumen pausieren muss. Auch Keeper David Weinholz wird aktuell als fraglich gelistet, für ihn stünde Mirko Seliger aus der Reserve parat.

24:30, 26:33, 23:27, 31:31, 33:38 - den in den vergangenen fünf Spielen der TSG A-H Bielefeld in Nordhemmern fast schon obligatorischen Punktverlust wird sich der Tabellenzweite im Fernduell mit dem TuS Spenge nicht leisten dürfen: "Das Spiel muss gewonnen werden", meint auch TSG-Trainer Michael Boy, der die letzten beiden Schlappen in Nordhemmern beruflich bedingt nicht live verfolgen konnte. An den letzten Sieg kann sich wohl nur Tobias Fröbel erinnern: Am 15.11.2009 gewann die TSG mit 30:28.

"Zu Hause zeigt LiT regelmäßig ein anderes Gesicht. Wir werden den Kampf annehmen müssen. Es wird sehr körperlich zugehen", glaubt Boy. Die Fakten stützen seine Einschätzung - LiT liegt in der Heimspieltabelle aktuell auf Rang drei. Schon im Hinspiel erwies sich die Gangart der Germanen aus Nordhemmern als echte Prüfung für die Bielefelder. Nach hohen Führungen in der ersten Halbzeit (9:3, 12:5, 14:8) hatte die TSG nach einer Dreiviertelstunde das 19:19 und 20:20 hinnehmen müssen. "Es ging rauf und runter", erinnert sich Boy. Erst ein finaler Kraftakt ermöglichte den 30:25-Sieg. Auch Gustav Rydergård, der frisch inthronisierte Jugendkoordinator der TSG, erinnert sich, dass LiT seinem Team im Hinspiel einige Probleme bereitet hatte. "Mit Jannik Gartmann haben sie einen der besten Halbrechten der Liga", lobt Bielefelds Abwehrchef. "Er hat in letzter Zeit aber nicht viel gespielt", hat Boy beobachtet. Verzichten müssen die Germanen ab sofort auf ihren torgefährlichen Linksaußen Jan-Eric Speckmann, der knapp vor der Wechselfrist (15. Februar) bei Bundesligist und Kooperationspartner TuS N-Lübbecke einen Bundesligavertrag unterschrieb.

Auch die TSG muss auf einen Spieler verzichten: Nils Prüßner fehlt im OWL-Derby beruflich. Torhüter Maximilian Kroll zwickt der Rücken. "Tobias Ehlentrup wird zur Absicherung mitfahren", informiert Boy.