Handball-Oberliga: Die TSG A-H Bielefeld zeigt beim 26:20 gegen den Tabellendritten VfL Gladbeck, dass der Verlust der Tabellenführung keine Spuren hinterlassen hat. Das Team befindet sich wieder im Angriffsmodus

Die TSG A-H Bielefeld hat eine Reaktion gezeigt - eine beeindruckende. Zwar eroberte das Team die in der vergangenen Woche verlorene Tabellenführung (noch) nicht zurück, aber sie unterstrich ihre Vormachtstellung in der Oberliga. Mit einem 26:20 (13:8)-Erfolg gegen den Tabellendritten VfL Gladbeck strafte die Mannschaft von Michael Boy alle vorschnellen Kritiker, die den Aufstieg schon abgeschrieben hatten, Lügen.

Im Hinspiel zum Saisonauftakt kam der VfL als Vizemeister des Vorjahres, entpuppte sich dann aber hilfloser Gegner. Doch die Mannschaft von Trainer Sven Deffte hatte sich nach dem holprigen Start gefangen und mit einer starken Serie auf den dritten Platz vor gespielt. Gegen eine TSG, die kurz zuvor einen schweren Wirkungstreffer erhalten hatte, witterte man im Ruhrgebiet seine Chance.

Doch die Bielefelder begannen schon besser als ihre Gastgeber, führten schnell mit 3:1 und 4:2. Gladbeck fand kurzzeitig ins Spiel zurück, glich durch Florian Bach zum 5:5 und durch Max Krönung zum 6:6 aus. Krönung, einer der Leistungsträger des VfL, der im Hinspiel noch an den Nachwirkungen einer Verletzung gelitten hatte, war auch in dieser Partie kein entscheidender Faktor.

Dafür zog Bielefelds Coach Michael Boy das richtige Register: Ab der zehnten Minute ließ er konsequent im Angriff einen siebten Feldspieler auflaufen. Der Erfolg dieser Maßnahmen war enorm. Mit einem 7:0-Lauf sorgten die Ostwestfalen bis zur 27. Minute für eine Vorentscheidung. Mit Kröger (dreimal), Hinz, Strathmeier, Kastening und Sewing trug sich dabei jede Position einmal in die Torschützenliste ein. Es passte zu Boys Eindruck: "Man hat gemerkt, dass die Mannschaft die Art und Weise der Niederlage gegen Mennighüffen nicht auf sich sitzen lassen wollte. Das war heute eine absolute Teamleistung." Mit zwei Toren vor der Pause gelang dem VfL Ergebniskosmetik.

Große Optimisten auf Seiten der Gladbecker hätten nach dem Sturmlauf der ersten Hälfte jetzt noch auf einen Einbruch der TSG nach der Pause hoffen können. Das war den Bielefeldern in der Hinrunde bisweilen passiert, diesmal wackelte aber nichts - vor allem nicht die Abwehr, in der einer für den anderen kämpfte und die bis zur 50. Minute lediglich 14 Gegentreffer zugelassen hatte. Die Leistung seiner Schützlinge brachte Boy zu dem nüchternen Fazit: "Auch vom Gefühl her ist diese Partie nicht mehr spannend geworden."

Über 19:14, 23:14 und 25:16 hielt sich die TSG ihre Kontrahenten vom Leib: "Alle wollten eine Reaktion zeigen. Ich glaube nicht, dass Gladbeck uns besonders gut liegt, wir haben diesmal einfach sehr gut gespielt", lobte Boy, der keinen Spieler besonders hervor heben wollte, aber nicht unerwähnt ließ, dass sich Arne Kröger mit sieben Toren einmal mehr "als hervorragender Abschlussspieler" hervor tat.

Dem Rest der Liga bleibt die Erkenntnis, dass Spenge und die TSG jetzt mit fünf Punkten Vorsprung vor der Konkurrenz liegen.

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