Die TSG A-H Bielefeld bezwingt den Soester TV mit 24:22 und bleibt mindestens eine weitere Woche an der Tabellenspitze. Die TSG A-H Bielefeld hat die Tabellenführung verteidigt. Mit einem vor 850 Fans schwer erkämpften 24:22 (12:13) gegen den Soester TV sicherte sich das Team von Michael Boy den Spitzenplatz für mindestens eine weitere Woche.

Soest, der vermeintlich unangenehme Gegner, begann für seine Verhältnisse geradezu konservativ. Zwar stellten die Männer von Coach Dirk Lohse eine offensiv ausgerichtete Deckung, von Husarenritten, wie in früheren Auftritten, waren die Gäste aber zunächst weit entfernt. Auf Seiten der TSG schien sich die Rückkehr von Marius Kastening auszuzahlen. Bis zum 4:1 hatte der Spielmacher bereits dreimal getroffen. Gustav Rydergård, der zweite Rekonvaleszent, durfte sich zunächst noch eine Viertelstunde schonen, kam dann in der Abwehr zum Zuge, kassierte aber auch schnell zwei Zeitstrafen. Eine davon hätte allerdings stattdessen Nils Prüßner erhalten müssen.

Überhaupt schien im Laufe der ersten Hälfte immer mehr Sand ins Getriebe der Bielefelder zu rieseln. Während Soest vermehrt über Kreisanspiele und später über Linksaußen zu Erfolgen kam, mühten sich die Angreifer der TSG gegen die jetzt immer offensiver werdende Deckung der Gäste. Zum ersten Mal in dieser Saison lagen die Bielefelder zur Pause zurück. Hätte nicht Johannes Krause zum 11:13 getroffen und Julius Hinz einmal in der Abwehr gut aufgepasst, um per Gegenstoß zum 12:13 zu verkürzen - der Tabellenführer hätte eine ordentliche Hypothek mit in die Kabine genommen.

Begann die erste Hälfte eher verhalten, so kam in der Anfangsphase von Durchgang zwei etwas Hektik auf. Zwar legten die Hausherren beim 15:14 und 16:15 vor, gerieten aber über 16:18 auch wieder ins Hintertreffen. Coach Boy fehlten Alternativen, da kurzfristig Arne Kröger und Tobias Fröbel ausgefallen waren. Jonas Zwaka muss nach seinem Leistenbruch pausieren.

Der mit 15 Mann angereiste TV verteilte die Verantwortung gegen den Klassenprimus weiter geschickt auf alle Schultern. Die TSG erkämpfte sich ein 18:18 (48. Schuwerack). Hinz stellte mit dem 19:18 wieder eine Führung für seine Farben her. Zwischen der 45. und 55. Minute versuchte es TSG-Trainer Michael Boy mit einer 5:1-Deckung. In Überzahl gelang Krause das 20:18. Soest nahm den Torwart raus und brachte einen siebten Feldspieler. Schuwerack nutzte das, um zum 22:19 ins halb leere Tor zu treffen.

Soest war noch nicht geschlagen, kam erneut auf 22:23 (58.) heran. Hinz markierte mit einem einfachen Spielzug das 24:22, Soests Max Picht vergab 30 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter. Die Schlussphase war noch von einigen haarsträubenden Fehlwürfen geprägt. "Das waren 60 Minuten viel Kampf und Krampf. Wir hätten uns das Leben in der ersten Halbzeit einfacher machen können, wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten", meinte Boy.