Handball: Bei der zehnten Auflage des Kreispokals kommt es ungewöhnlich oft zur Entscheidung im Siebenmeterwerfen. Spanung ist dadurch garantiert. Am Sonntag schonte sich Moritz Klapdohr. Dem Rückraumspieler des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zwickte die Schulter.

Dadurch konnte er sich in Ruhe die Endrunde anschauen. Und der Mann, der zu Saisonbeginn aus Süddeutschland gekommen war, staunte nicht schlecht: "Alle hatten mir vorher erzählt, dass es voll werden wird, aber ich habe es nicht wirklich geglaubt. Ich finde es erstaunlich, wie viel Interesse herrscht. Die Stimmung ist toll und es ist ja auch die beste Halle der Stadt für solch ein Event", sagte er.

Der Kreisvorsitzende Thomas Boerscheper nahm jedes Lob gerne entgegen: "Aus dem Rödinghausener Lager hab ich die Aussage gehört, dass man bei so einem Event nicht weg bleiben könne. Ich denke, es war wieder eine gelungene Veranstaltung", sagte der von einer Grippe schwer angeschlagene Boss. Die montägliche Inspektion der Jöllenbecker Halle (um 7 Uhr baten die zuständigen Stellen zur Begehung) musste Boerscheper an seinen Finanzwart Heiko Horn delegieren. Der Vorsitzende hütete da bereits auf ärztliche Anordnung das Krankenbett.

Früher war mehr Lametta - das weiß man ja. Aber war früher auch mehr Gerstensaft? "Wo ist eigentlich unser Bier?" fragte Alina Hertel, Rückraumspielerin des Zweitplatzierten TG Herford, beim Verlassen der Halle. "Stimmt, früher bekam der Zweite doch auch ein, zwei Partyfässchen", erinnerte sich Leon Ludwigs vom TuS 97. "Wir hatten neue Ansprechpartner und die mussten sich erstmal im Turnier orientieren. Aber sie waren vom Finaltag begeistert", vermeldete Boerscheper und stellte damit unausgesprochen für die 2019er-Auflage wieder flächendeckendere Versorgung in Aussicht.

Das Gebinde des treuen Sponsors, welches an die Siegerteams ging, wird sicher noch mit Genuss verzehrt worden sein. Und weil Alkohol allein ja ohnehin keine Lösung ist, gab es für die besten Torhüter, Torschützen und Spieler je ein Kochbuch, herausgegeben von der Neuen Westfälischen, mit leckeren Rezepten der Leser - sehr zum Nachkochen zu empfehlen!

Mit Justus Aufderheide wurde ein wenig überraschend, aber verdient, der Regisseur des TuS Spenge II zum besten Spieler gewählt - eine Ehre. Die Spenger Landesligamannschaft war die positive Überraschung der Endrunde. Mit ihrer 3:2:1-Abwehr stellte sie zunächst Ligakonkurrent TSG Altenhagen-Heepen II vor schier unlösbare Probleme, und später dem Ortsnachbarn TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck auf dem Weg ins Finale beinahe ein Bein - 9:10.

In der Frauenkonkurrenz schien am Sonntag gar ein reines Senner Damenfinale möglich. Genau eine Stunde bevor Senne I den Dauerrivalen Jöllenbeck im Siebenmeterwerfen bezwang, scheiterte Senne II - natürlich im Siebenmeterwerfen - denkbar knapp an der TG Herford. "Beide Mannschaften können stolz auf sich sein", freut sich HT-Damenwart Stephan Quilling, dem nicht entgangen war, dass die Nervosität der Teilnehmerinnen einen großen Einfluss auf den Finalsonntag gehabt hat. "Zauberhandball habe ich nicht gesehen, aber wenn man einen Pokal gewinnen will, muss man auch nicht zaubern", bilanzierte er. Freuen durfte sich Jenny Richter und Lena Sargalski von der TG Herford, die im Finale der Frauen zwar unterlagen, sich aber die Pokale für die erfolgreichste Torschützin (Richter), und stärkste Torfrau sicherten.

"Das Beste waren heute die Alten." Damit hob Jochen Zedler, langjähriger Vorsitzender des SSV Herford, ehemaliger Herforder Handballspieler und Schiedsrichter, Christian Grunow (45) und Henrik Ortmann (38) von der TSG Altenhagen-Heepen IV nach der Vorrunde auf den Schild. Alt? Gegen Clement Pfennig (seit gestern 49) und Uli Mensendiek (EGB, 49) sind die Heeper noch junge Hüpfer. Kreis-Boss Boerscheper versprach abschließend: "Solange wir den Kreispokal spieltechnisch auf die Reihe kriegen, werden wir ihn weiter machen."

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