Beim 39:29 gegen einen überforderten TuS Möllbergen zeigt der Tabellenführer eine grundsolide Leistung und präsentiert gleichzeitig, wie viele Alternativen im breiten Kader schlummern. Irgendwann in diesem OWL-Derby stand auf Seiten der TSG A-H Bielefeld eine Formation auf dem Feld, die in dieser Besetzung so noch nie zusammengewirkt hatte.

Spätestens da waren die Gäste vom TuS Möllbergen, die als Aufsteiger bislang eine solide Saison gespielt hatten, zu Statisten des 39:29 (21:12)-Erfolgs degradiert. Der Tabellenführer aus Bielefeld hatte seine Muskeln, personell wie sportlich, spielen lassen.

Der kurzfristige Ausfall von Abwehrchef Gustav Rydergård, der aufgrund von Wadenproblemen aussetzen musste, fiel auf Seiten der Gastgeber nicht ins Gewicht. Tim Schuwerack ersetzte den Schweden auf der Defensivposition zwischen Johannes Krause und Nils Prüßner bestens. Da hatte der TuS schon schwerer an der Abwesenheit von Mittelmann Patrick Richter, sowie dem Ausfall von Top-Torjäger Jan Camen zu knabbern. "Ich hätte mir zu Beginn aber schon eine breitere Brust gewünscht. Da haben wir etwas Mut vermissen lassen", bilanzierte TuS-Coach André Torge, der ansonsten, wie auch TSG-Trainer Michael Boy, wenig an dem klaren Spielausgang analysieren konnte.

Es begann mit einem Doppelschlag von Julius Hinz, der mit zwei Gegenstößen innerhalb von nicht mal anderthalb Minuten den Auftakt markierte. Nach rekordverdächtigen drei Minuten und vier Sekunden nahm Torge die erste Auszeit, nahm anschließend den Torwart raus und brachte einen zusätzlichen Feldspieler. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit, gelang es den Gästen erst mit ihrem dritten Treffer, die Bielefelder Defensive mal spielerisch zu überwinden: Simon Witte hatte sich über Außen frei gelaufen und traf zum 3:7 (10.) aus Sicht des TuS.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die TSG bereits durch Nils Strathmeier, Nils Prüßner, Marius Kastening, Schuwerack und Johannes Krause abgesetzt. Boy gab der nächsten Rückraumformation die Chance: Luca Sewing und Arne Kröger kamen nach einer guten Viertelstunde im Angriff. Ersterer bediente gleich mit einem sehenswerten Rückhandpass Strathmeier, der zum, 13:7 verwandelte.

Neben den wenigen Momenten der Spielfreude entledigte sich der Tabellenführer oft auch recht humorlos dieser Pflichtaufgabe. "Möllbergen hat in der zweiten Halbzeit das Tempo verschleppt. Wir hätten bei der Chancenverwertung vielleicht noch eine Schippe drauf legen können", sagte Michael Boy, dem man aber anmerkte, dass er auf gar keinen Fall ein Haar in der Suppe suchen wollte. Es gab auch keins. "Ich bin zufrieden. Die waren nicht in der Lage, uns in den Griff zu kriegen", so Boy.

Der zweite Durchgang begann mit drei Treffern der Gäste, bevor Schuwerack mit der Verwertung eines Abprallers den Torreigen für sein Team fortsetzte. Nach einer Dreiviertelstunde geriet der TuS auch noch in dreifache Unterzahl, was seine Chancen zusätzlich schmälerte.

Es folgten - noch einmal als Hingucker für die Fans - zwei lange Zuckerpässe von Jonas Zwaka auf Strathmeier, der beide gekonnt zum 29:20 und 30:20 verwandelt. "Die erste Welle war heute sehr gut", lobte auch Boy.

Am Ende blieb nur Arne Kröger ohne Treffer. Er nahm es sportlich: "Ich habe mich noch so bemüht", sagte er lachend, gab aber auch zu, dass einhundert Prozent nicht mehr nötig waren. Johannes Krause meinte: "Es wäre angesichts der Spielstände doch gelogen, wenn wir sagen, dass wir in jede Aktion noch mit voller Pulle gegangen sind."

Die TSG A-H Bielefeld hat ihr Potenzial aufblitzen lassen. Vor dem ostwestfälischen Derby gegen Spenge am kommenden Freitag konnte Boy seine erste Sieben im Schongang belassen. Bessere Voraussetzungen kann es kaum geben.

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