TSG A-H Bielefeld blickt zwei OWL-Derbys entgegen – Reiners-Lob für faire Jöllenbecker. Die TSG A-H Bielefeld blickt nach dem 26:19 beim ASV Hamm-Westfalen II voller Freude auf zwei Heimspiele in der Seidensticker Halle.

In den OWL-Derbys gegen den TuS Möllbergen (18. November) und TuS Spenge (24. November) will der souveräne Oberliga-Spitzenreiter seine blitzsaubere Bilanz von 14:0 Punkten samt klasse Torverhältnis weiter ausbauen.

»Gefühlt war’s wie unser erstes Auswärtsspiel der Saison«, kommentierte Mittelmann Marius Kastening die TSG-Rückkehr in den Meisterschaftsbetrieb nach vier Wochen Training. Dem 26:19 vergab er das Gütesiegel »solide. Aber unsere Chancenauswertung war sehr schlecht. Da haben die letzten drei Prozent gefehlt, sich voll zu konzentrieren und den Ball ins Tor ballern zu wollen.« »Kein Selbstläufer«

Trainer Michael Boy freute sich, dass seine Truppe ziemlich nahtlos wieder an die Dominanz der ersten Monate anknüpfen konnte. »Alle sind konzentriert bei der Sache. Das war kein Selbstläufer. Hamm hat die Qualität, Stolperstein zu sein. Das haben sie aber nicht über 60 Minuten gezeigt.«

Dass der Spitzenreiter erst spät zwei Zeitstrafen kassierte, lag auch am starken Verschieben der 6:0-Formation. »Wir sind gar nicht erst in die Bredouille gekommen, einen Schritt zu spät zu sein. Es standen fast immer zwei gegen einen«, lobte Boy. Nachdem die Bielefelder Betonabwehr also schon wieder durch Geschlossenheit auffiel, sieht Marius Kastening vor allem in der Offensive Nachholbedarf. »Unser Tempospiel muss deutlich besser werden. Da müssen wir strukturierter laufen. Auch unser Angriffsspiel in die Tiefe muss besser werden.« In Sachen Hochgeschwindigkeitshandball schließt Michael Boy sich an. »Mehr Tempo, mehr Kapital draus schlagen, noch mehr einfache Tore erzielen.«

In der zweiten Hälfte durfte Luca Sewing komplett den Part im rechten Rückraum übernehmen, derweil Nils Prüßner auf den rechten Flügel abkommandiert wurde. »Luca entwickelt sich Woche für Woche weiter und zahlt es mit Leistung zurück. Er nimmt seine Rolle prima an, spielt befreit auf«, lobt Michael Boy. Spenge dreht auf

Erster TSG-Jäger ist der TuS Spenge. Nach dem 33:19-Kantersieg über Aufsteiger TuS Möllbergen, Samstag zu Gast in der Seidensticker Halle, meinte Trainer Heiko Holtmann genüsslich: »Das war genau so ein Spiel, wie ich es mir vorstelle.« Das i-Tüpfelchen des Abends war das Comeback des ehemaligen TSG-Linkshänders Marcel Ortjohann, der gleich im ersten Angriff traf. Das hohe Ergebnis war für Michael Boy »erklärbar. Möllbergen hat ohne Zwei gespielt. Jan Camen fehlte wegen Knieproblemen, Simon Witte spielte nur kurz. Gegen uns werden beide wieder voll da sein.«

Sollte die TSG auch Spenge distanzieren, sei damit noch keine Vorentscheidung gefallen, mahnt Kastening an. »Wir haben November, nicht Mai. Der FC Bayern München kauft auch erst dann Weißbier, wenn die Meisterschaft rechnerisch feststeht.« Geschockte Jürmker

Beim TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck rückte der Sport am Wochenende ganz weit in den Hintergrund. Die schwere Verletzung von Augustdorfs Kreisläufer Florian Hengsbach, die kurz vor der Pause beim Spielstand von 16:11 für Augustdorf zum Spielabbruch im OWL-Derby führte (wir berichteten), schockte auch die Jürmker. »Nach so einem tragischen Unfall interessiert das Spiel keinen mehr. Es ist auch nicht einfach, jetzt wieder zur Tagesordnung überzugehen«, erklärt TuS 97-Trainer Eric Husemann. In einem sind sich alle Beteiligten einig: Der Spielabbruch nach dem folgenschweren Zusammenprall zwischen Hengsbach und Teamkollege Leonhard Janzen war die einzig richtige Entscheidung. HSG-Trainer Micky Reiners bedankte sich bei den Jöllenbeckern für das faire Entgegenkommen. »Ich hatte zu keiner Sekunde den Eindruck, dass Jöllenbeck die Entscheidung vom Spielstand abhängig gemacht hat. Sie hätten auch zugestimmt, wenn sie mit fünf Toren geführt hätten. Das war eine super Geste.«

Florian Hengsbach ist mittlerweile zweimal an der Halswirbelsäule operiert worden und wird auch noch länger im Krankenhaus Gilead I bleiben müssen. »Wir können alle nur hoffen, dass er wieder richtig gesund wird«, sagt Reiners. Ein Dank der Augustdorfer und Jöllenbecker geht an Staffelleiter Andreas Tiemann (Hille), der unbürokratisch handelte und einer Neuansetzung der Partie sofort zustimmte.

Jöllenbecks Kapitän Leon Ludwigs hatte sich sein Comeback natürlich auch ganz anders vorgestellt. In der 13. Minute kam der Mittelmann aufs Parkett und damit erstmals in dieser Saison zu einem Kurzeinsatz. Im Heimspiel am kommenden Samstag gegen den Soester TV könnte Ludwigs dann auch mehr als eine Alternative darstellen.  Eric Husemann: »Wir müssen erstmal wieder in den Wettkampfmodus kommen.«

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