mB1-Jugend (01/02) | Neue Westfälische (Gregor Winkler) | 20.09.17
Handball-Umschau: Die Stadtduelle geben auch der aktuellen Spielzeit die passende Würze. Nach über anderthalb Jahren treffen sich wieder zwei Oberligisten. Die Frauen suchen die heimische Nummer eins

Das Derby - in Zeiten, in denen allein die Männer Oberliga zu 57 Prozent aus OWL-Teams besteht, ist der Begriff arg strapaziert, denn so ziemlich an jedem Wochenende finden dort Spiele mit dem Prädikat "Nachbarschaftsduell" statt. Wirklich besonders sind aber immer noch die stadtinternen Treffen. Und davon gibt es in den überkreislichen Klassen noch eine ganze Menge.

Den Anfang machten die Bezirksligisten TSG Altenhagen-Heepen III und die HSG EGB Bielefeld. Der 22:16-Erfolg der EGB war das erste von sechs Derbys in dieser Klasse. Man darf also getrost behaupten, dass in der siebten Liga der kleine Stadtmeister ausgespielt wird. "Ich sehe die Bielefelder Teams auf Aufgenhöhe. Eine durchschnittliche Leistung wird in den Derbys nicht reichen, um zu punkten", meint Sennes Coach Matthias Wieling, der mit seinem Team am 7. Oktober gegen EGB an der Reihe ist.

EGB tritt bereits am heutigen Mittwoch (20 Uhr, Sporthalle Gadderbaum) im Nachholspiel gegen Rietberg/Mastholte wieder an. Nach dem Spiel gegen Senne hat das Team von Sven Grüger dann eine lange Derby-Pause. Erst am 13. Januar komplettiert ein "Großkampftag" mit gleich zwei innerstädtischen Duellen die Hinrunde. Senne empfängt die TSG Altenhagen-Heepen III und EGB trifft auf den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck II. Letzterer greift erst spät in die Stadtmeisterschaft ein. Erst am 14. Oktober empfängt das Team von Stephan Neitzel das HT SF Senne. Bis dahin hat sich die Personalsituation bereits geändert, denn Justin Mühlbeier oder Daniel Bruelheide sind Teilzeitkräfte, die sich im Laufe der Saison verabschieden. "Dafür werden wir als Mannschaft bis dahin hoffentlich weiter gekommen sein", sagt Neitzel.

Nächster Termin auf dem Derby-Kalender: Am kommenden Samstag steigt das einzige Stadtduell in der Frauen-Landesliga. Der junge TuS 97 II empfängt eine personell gebeutelte TSG Altenhagen-Heepen. In der Abstiegssaison 2015/2016 verlor die TSG zweimal knapp gegen den TuS 97. "Diesmal ist es viel wichtiger, dass wir eine spielfähige Mannschaft auf die Beine bekommen. Wir brauchen Punkte, gegen wen ist egal", sagt TSG-Coach Michaela Viererbe.

Verglichen mit dem Landesliga-Derby dürfte das Treffen der Frauen-Verbandsligisten am 19. November schon mehr Brisanz bergen. Wer ist die Nummer eins im Bielefelder Frauenhandball? Über viele Jahre wurde diese Frage meist im Kreispokal beantwortet - fast immer mit dem besseren Ausgang für den TuS 97. Nur 2016 setzte sich das HT SF Senne einmal durch. Nach dem Oberliga-Abstieg der Jöllenbeckerinnen und einer starken Saison des Handballteams werden die Karten jetzt neu gemischt, zumal der TuS 97 unter vielen Verletzten leidet.

Mit größter Spannung erwarten die Bielefelder Handballfans aber wohl den 13. Oktober. Ein Jahr und sieben Monate nach dem letzten Duell stehen sich dann wieder die Männer-Oberligisten TuS 97 und TSG A-H Bielefeld gegenüber. Für die Jöllenbecker, in deren Halle dieses erste Stadtduell steigen wird, ist es kein schlechter Termin. Bis dahin haben die Schützlinge von Sven-Eric Husemann noch die Chance, gegen vermeintlich leichte Gegner wie Hemer oder Ferndorf II Punkte zu holen und so der hochfavorisierten TSG nicht gänzlich abgeschlagen gegenüber zu stehen. Im Jahr nach dem Aufstieg geht es für den TuS 97 zunächst um den Klassenerhalt. Die TSG will aufsteigen. Die Rollen scheinen klar verteilt, aber schon gegen Loxten hat sich der TuS 97 als "Ärgerer" präsentiert. Der knappe Sieg hat die kämpferischen Qualitäten der Nord-Bielefelder offenbart. Damit können sie auch gegen die TSG für Begeisterung sorgen. Das letzte Treffen, in dem die TSG ebenfalls favorisiert war, endete übrigens Unentschieden.

Hochinteressant könnte auch das einzige Landesliga-Derby werden. Allerdings stehen sich mit der TSG Altenhagen-Heepen II und dem TuS Brake auch zwei Teams mit unterschiedlichen Saisonzielen gegenüber. Brake gilt einmal mehr als Favorit der Spielklasse, hat aber, wie im Vorjahr, schon früh Verletzungssorgen. Auch bei der TSG sind Leistungsträger ausgefallen. "Brake ist von der Papierform her sicher als stärker einzuschätzen. Aber wir haben im Testspiel gezeigt, dass wir mithalten können", erinnert TSG-Coach Dennis Gote an das Remis (17:17 bei zweimal 20 Minuten Spielzeit) im Rahmen der Braker Handballtage. "Derbys haben was Besonderes. Mir ist nicht bange", sagt Gote, der bis zum Treffen am 16. Dezember noch viel Zeit hat, seine Jungs heiß zu machen.

Daneben gibt es noch drei Stadtduelle in der Frauen-Bezirksliga. Am kommenden Samstag empfängt die bislang ungeschlagene HSG Schröttinghausen/Babenhausen die HSG EGB Bielefeld, am 7. Oktober spielt Aufsteiger HT SF Senne II gegen Schröttinghausen und am 11. November empfängt Senne II die HSG EGB.

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n.N