Handball-Oberliga: Die Bielefelder Vereine starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Für beide Klubs könnte der Auftakt gegen Kontrahenten, die leistungsmäßig auf Augenhöhe liegen,

Die Ähnlichkeiten sind verblüffend. Auf den Bänken der beiden Bielefelder Oberligisten sitzen mit Michael Boy und Sven-Eric Husemann zwei vergleichbare Typen. Beide sind im gleichen Alter (Husemann Jahrgang 82, Boy 81), waren als Spieler Mittelleute mit guter Spielübersicht und geschätzten Regisseurqualitäten und sind privat (Mannschaftsfeiern mal ausgenommen) eher die introvertierten, ruhigen Typen. Stellt sich die Frage, ob sich ihre Ansichten zur Liga und ihren Teams auch gleichen.

DIE ZIELE

Der Aufstieg der TSG A-H Bielefeld soll irgendwann kurz- bis mittelfristig realisiert werden. "Wenn es jetzt gelingt, ist es gut. Aber es darf auch länger dauern", sagt Boy. Das Konzept ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Boy formuliert es bildhaft: "Wir befinden uns nicht bei einem 100-Meter-Sprint, sondern in einem 10.000-Meter-Lauf mit sehr hohem Tempo. Wir wollen die Geschwindigkeit über einen langen Zeitraum halten."

"Wir sind Aufsteiger", sagt Husemann, lässt ein konkretes Ziel aber unformuliert. Sie wollen sich in der Klasse neu einleben. Der Coach muss den umgebauten Kader erst unter Wettkampfbedingungen erleben, um Prognosen abgeben zu können. Der Klassenerhalt ist aber angepeilt.

DER HOFFNUNGSTRÄGER

Gibt es den einen Spieler, der unverzichtbar ist? Für Boy nicht, denn sein Kader ist auf allen Positionen erheblich verstärkt. "Bei sieben Neuzugängen, die alle mindestens Oberligaformat haben, kann ich keinen heraus nehmen. Sicher wird ab und zu der ein oder andere ein Spiel entscheiden. Aber es gilt für uns mehr denn je: Das Kollektiv gewinnt." Von außen betrachtet dürfte Mittelmann Marius Kastening eine Schlüsselrolle einnehmen. Auch dem routinierten Torhüter Max Kroll kommt eine Führungsrolle zu.

Ein TuS 97 ohne Nils Grothaus - unvorstellbar. "Er ist nicht weg zu denken", sagt Husemann über seinen vereinstreuen Allrounder. "Seine Erfahrung und sein Auge sind unersetzlich."

DIE FAVORITEN

"Die Liga ist keine 2-Klassen-Gesellschaft", sagt Boy. Er hat mit seinem Team, Spenge Gladbeck, LiT Tribe Germania, Loxten und Soest eine Menge vermeintlicher Favoriten auf dem Zettel. "Der Unterschied ist: Wir haben Derbys. Die sind unberechenbar. Für Gladbeck, deren Gegner mindestens 50 Kilometer entfernt liegen, ist jedes Spiel normaler Ligabetrieb." Bei Teams wie Soest, Loxten oder LiT müsste man sehen, wie sie in die Saison starten, meint Husemann: "Die Großen, TSG, Spenge und Gladbeck, sind schwer zu schlagen."

UNBERECHENBARKEITEN

Jedes Derby hat seine eigenen Gesetze - so viel ist längst klar. Doch was kann sich auf dem langen Oberligaweg noch als Stolperstein, den man noch gar nicht auf der Karte erkannt hat, erweisen? "Ein Welge in Loxten zum Beispiel", sagt Michael Boy. Sein Ex-Keeper, den keiner bei der TSG los werden wollte, der sich aber dann doch zum Wechsel entschied, kann ein Spiel mit seinen Leistungen entscheiden. Auch ein bestens vernetzter Trainerfuchs wie Micky Reiners in Augustdorf weiß so manchen kleinen Trick anzuwenden. "Und ein Spiel am Sonntagabend in Soest, wo strenges Harzverbot herrschen soll, ist kaum zu berechnen", warnt Husemann.

DER ERSTE GEGNER

Mit Gladbeck kommt gleich ein Favorit zur TSG - Gipfeltreffen in der Seidensticker Halle. "Die gehen gerne und viel in Zweikämpfe", sagt Michael Boy. "Wir müssen sehen, dass wir über mindestens 50 oder 55 Minuten konzentriert bleiben. Das war in der Vorbereitung nicht immer so."

Möllbergen ist ein alter Bekannter für den TuS 97, der als Vizemeister mit aufstieg. "Die haben sich nicht so stark verändert", weiß Husemann, der durch den Ausfall von Leon Ludwigs mehr Verantwortung auf die Neuzugänge wie Moritz Klapdor oder Moritz Pieper abwälzen muss.

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TSG AH Bielefeld
TuS 09 Möllbergen
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TuS Spenge
24.11.2017, 20:30 Uhr | Live
Seidenstickerhalle, Werner Bock Str., 33602 Bielefeld

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